Über uns

Vom Movement zur akademie

TIBAcademy ist nicht im luftleeren Raum entstanden. Unsere Geschichte beginnt mit dem TIBA Movement e.V., einem Verein, das sich der Sichtbarkeit und Repräsentation von Black & Brown Identitäten widmet. Mit Fokus auf die elektronische Musikszene und den Afrofuturismus schafft das Movement Räume für Widerstand, Kunst und Gemeinschaft – unter anderem durch das jährliche TIBA Festival in Köln. Doch Kunst allein reicht nicht aus, um tiefgreifende systemische Veränderungen herbeizuführen. In unserer Arbeit haben wir festgestellt: Um die Mission von TIBA wirklich (intern) zu leben und auch richtig nach außen zu tragen, bedarf es massiver Aufklärungs- und Bildungsarbeit. Die Lebensrealitäten und Perspektiven von People of African Descent bleiben in Deutschland – ob im Alltag, in Bildungseinrichtungen oder der Arbeitswelt – oft unsichtbar oder missverstanden.

TIBAcademy ist die Antwort auf dieses Informationsdefizit. Wir sind angetreten, um diese Lücke durch fundierte, intersektionale Awareness-Arbeit zu schließen.

Was bedeutet TIBA?

TIBA steht für TECHNO IS BLACK AGAIN.
Dies ist weit mehr als ein Slogan. Es ist eine Hommage an die Schwarzen Pionier*innen von Detroit Techno und Chicago House. Gleichzeitig ist es eine Analyse von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Wir verstehen TECHNOlogien als Werkzeuge des Ausdrucks, des Widerstands und der Gestaltung neuer, Schwarzer Zukünfte.

Interkapital-Awareness™

Obwohl wir aus einem gemeinnützigen Verein gewachsen sind, positioniert sich TIBAcademy bewusst als eigenständiges Unternehmen. Warum? Weil wir davon überzeugt sind, dass echte Veränderung auch ökonomische Souveränität erfordert.

Interkapital-Awareness™ ist ein von uns geprägter Ansatz, der den bewussten, dekolonialen Umgang mit Ressourcen ins Zentrum stellt. Wir ziehen eine klare Linie zu unserer Geschichte: Wir verstehen, dass Geld und Recht über Jahrhunderte Werkzeuge der Unterdrückung waren – eine Zeit, in der Schwarze Menschen selbst als Kapital, als Ware und als bloße Besitztümer fungierten.

Unsere Antwort darauf ist die radikale Umkehrung dieser Verhältnisse. Wir nutzen das Unternehmer*innentum heute als Werkzeug der Befreiung.

Durch die Brille der Intersektionalität analysieren wir die spezifischen Barrieren, die uns auch heute noch am Markt begegnen. Mit der von uns entwickelten Strategie der Interkapital-Awareness™ schaffen wir Strukturen, um Räume aufzubauen, die uns Sicherheit und Autonomie zurückgeben.

Wir bedienen uns nicht am klassischen kapitalistischen System zur bloßen Profitmaximierung. Wir transformieren es in einen Akt der fairen Reparation und der kollektiven Selbstermächtigung. Diese Struktur erlaubt es uns, unabhängig von externen Abhängigkeiten zu wachsen und direkt in eine gerechtere Zukunft für unsere Communities zu investieren.

Warum Intersektionalität?

Um eine gerechte Zukunft zu gestalten, müssen wir verstehen, wie Diskriminierung wirklich funktioniert. Wir arbeiten mit dem Konzept der Intersektionalität – ein Begriff, der tief in der Schwarzen feministischen Theorie verwurzelt ist (geprägt von Kimberlé Crenshaw).

Wer ganz unten steht, bewegt das ganze Haus

Inspiriert durch Vordenkerinnen wie Bell Hooks und Mari Matsuda, nutzen wir das Bild des Hauses, um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu verdeutlichen: Stellt euch die Gesellschaft als ein mehrstöckiges Gebäude vor. Ganz oben genießen Menschen Privilegien, während im Keller – am Fundament – diejenigen festsitzen, die von mehreren Diskriminierungsformen gleichzeitig betroffen sind.

Besonders Darkskinned Personen stehen oft am untersten Ende dieser Hierarchie. Dies liegt am System des Colorisms – ein Begriff, den die Schriftstellerin Alice Walker (1982) prägte, um die bevorzugte Behandlung innerhalb derselben Community allein aufgrund eines helleren Hauttons zu benennen.

Doch Colorism ist ein koloniales Erbe. Bereits Frantz Fanon analysierte in „Schwarze Haut, weiße Masken“ (1952), wie tief die Verinnerlichung weißer Machtideale in die Psyche Schwarzer Menschen eingreift. Diese „weißen Masken“ sind Werkzeuge der Unterdrückung, die wir heute aktiv dekonstruieren.

Wir glauben, dass diejenigen, die am Fundament des Hauses stehen, die Risse in der gesamten Struktur am deutlichsten sehen. Unser Ansatz ist es, die Barrieren im Keller aufzubrechen – also gezielt Lösungen für Menschen zu schaffen, die am stärksten marginalisiert werden. Dabei geht es uns ausdrücklich nicht darum, „Oppression Olympics“ zu betreiben – ein Konzept, das die Aktivistin Elizabeth „Betita“ Martínez kritisierte, um das gegenseitige Ausspielen marginalisierter Gruppen zu verhindern. Wir messen Leid nicht an einer Rangliste.

Dass wir den Fokus auf das Fundament legen, ist keine Abwertung anderer Diskriminierungserfahrungen, sondern eine strategische Notwendigkeit: Wenn wir die tiefsten Schwachstellen im Fundament ignorieren, kann das gesamte Haus niemals stabil oder gerecht sein. Unser Fokus ist keine Konkurrenz der Leiden, sondern die Überzeugung, dass Befreiung immer von unten nach oben gedacht werden muss (Bottom-Up).

 

Die Verbindung zum Afrofuturismus

Hier schließt sich der Kreis zum Afrofuturismus. Er ist für uns kein bloßes Ästhetik-Konzept, sondern die bewusste Praxis der Heilung und Neugestaltung.

Indem wir die psychologische Analyse von Fanon, die intersektionale Schärfe von Walker und die bodennahe Perspektive von Hooks mit moderner Technologie und Bildung zusammenbringen, erschaffen wir neue Narrative. Intersektionale Awareness ist das Werkzeug, mit dem wir die alten Fundamente prüfen, um den Weg für eine afrofuturistische, freie und ökonomisch unabhängige Zukunft zu ebnen.

Unsere Vision

Arbeit

Arbeitswelten, in denen alle leidenschaftlich tun können, was sie lieben – frei von Diskriminierung.

Gesundheit

Verankertes Wissen unserer Ahnen in Afrika über Heilung sowie afrofuturistische Medizin-Praktiken gleichberechtigt neben westlichen oder asiatischen Ansätzen.

Bildung

Aufgebrochene koloniale Denkmuster im Bildungssystem und Räume für echtes, freies Lernen und Empowerment

Awareness

Wissen über Intersektionalität und ein bewusstes Miteinander im Alltag – vom Supermarkt bis zum Amt – ist zur gelebten Normalität geworden.

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